Pflanzen richtig gießen wann wie lässt sich in einem Satz beantworten: Prüfen Sie zuerst die Feuchte im Wurzelbereich, gießen Sie dann langsam und durchdringend und richten Sie Zeitpunkt sowie Menge nach Pflanze, Standort und Wetter aus. So versorgen Sie Wurzeln statt nur die Erdoberfläche, erkennen Überwässerung früh und vermeiden vermeidbaren Trockenstress auf Balkon, Terrasse, im Haus und im Garten.
Ein fester Rhythmus wie „jeden Abend eine Kanne“ passt nur selten. Ein sonniger Balkonkasten mit durchwurzelter Erde trocknet anders als ein schattiger Kübel, ein frisch gepflanzter Strauch anders als ein eingewachsenes Beet. Die entscheidende Frage lautet deshalb nicht, wie oft Sie im Kalender gießen, sondern ob die Wurzelzone aktuell Wasser braucht.
Pflanzen richtig gießen wann wie: Den Wasserbedarf zuverlässig erkennen

Bevor Sie zur Gießkanne greifen, kontrollieren Sie die Erde. Bei den meisten Topf- und Balkonpflanzen ist die einfache Fingerprobe verlässlich genug für den Alltag: Stecken Sie einen sauberen Finger etwa zwei bis drei Zentimeter tief in das Substrat. Fühlt es sich dort noch deutlich kühl und feucht an, warten Sie. Ist es trocken und rieselt Erde von den Fingern, ist meist Gießen sinnvoll.
Diese Kontrolle ist ein messbarer Pflegepunkt: Prüfen Sie nicht nur die obersten Krümel, sondern mindestens die ersten zwei bis drei Zentimeter. Die Oberfläche kann nach Sonne und Wind rasch trocken wirken, während darunter noch ausreichend Feuchtigkeit vorhanden ist. Umgekehrt bleibt sehr humusreiche oder verdichtete Erde oben lange dunkel, obwohl der untere Wurzelbereich bereits zu nass ist.
Achten Sie zusätzlich auf die Pflanze selbst. Schlaffe Blätter können auf Wassermangel hindeuten, doch sie beweisen ihn nicht. Auch zu nasse Wurzeln können dazu führen, dass Blätter schlapp wirken. Kontrollieren Sie daher immer die Erde, bevor Sie auf ein sichtbares Symptom reagieren. Bei Zimmerpflanzen hilft es außerdem, den Topf anzuheben: Ein deutlich leichterer Topf ist ein praktischer Hinweis auf abgetrocknetes Substrat. Diese Methode ersetzt die Fingerprobe nicht, wird mit etwas Erfahrung aber sehr hilfreich.
Welche Signale unterscheiden Durst von zu viel Wasser?

| Beobachtung | Wahrscheinliche Ursache | Sinnvolle nächste Handlung |
|---|---|---|
| Erde ist mehrere Zentimeter trocken, der Topf wirkt leicht | Wasserbedarf | Langsam gießen, bis der Wurzelballen gleichmäßig feucht ist |
| Erde ist nass, muffig oder dauerhaft sehr dunkel | Zu viel Wasser oder schlechter Abzug | Nicht nachgießen, Ablaufloch und Untersetzer prüfen |
| Blätter hängen, Erde ist trocken | Trockenstress möglich | Feuchtigkeit kontrolliert auffüllen, nicht hektisch überfluten |
| Blätter hängen, Erde ist nass | Wurzeln erhalten möglicherweise zu wenig Luft | Gießpause einlegen, Staunässe beseitigen, Substrat und Topf prüfen |
| Nur sonnenzugewandte Blätter wirken mittags weich, abends wieder straff | Kurzzeitige Verdunstungsbelastung | Am nächsten Morgen Wurzelbereich prüfen; nicht allein wegen des Mittagsbilds gießen |
Die Tabelle ist eine Orientierung, keine Ferndiagnose. Blattflecken, gelbe Blätter oder Wachstumsstörungen können auch andere Ursachen haben, etwa Nährstoffmangel, Schädlingsbefall, Kälte oder einen ungeeigneten Standort. Für die Gartenpflege zählt deshalb die Reihenfolge: Erst Feuchte prüfen, dann Standort und Pflanze ansehen, erst danach handeln.
Welche Voraussetzungen bestimmen die Bewässerung von Pflanzen?

Vier Faktoren entscheiden darüber, wann und wie viel Wasser eine Pflanze benötigt: Pflanzenart, Standort, Gefäß oder Boden sowie die aktuelle Witterung. Wer diese Faktoren einordnet, kann die Bewässerung flexibel anpassen und muss keine unzuverlässigen Pauschalintervalle übernehmen.
Die Pflanzenart gibt die Grundrichtung vor. Pflanzen mit großen, weichen Blättern und kräftigem Wachstum benötigen unter passenden Bedingungen oft mehr Wasser als trockenheitsverträgliche Arten mit kleinen, festen oder behaarten Blättern. Kräuter sind ebenfalls unterschiedlich: Basilikum im sonnigen Topf hat andere Ansprüche als Rosmarin in einem sehr durchlässigen Substrat. Orientieren Sie sich deshalb an dem Pflanzenetikett, der Sortenbeschreibung oder einer fachlich passenden Pflanzenpflegeanleitung, statt alle Töpfe gleich zu behandeln.
Der Standort verändert den Bedarf täglich. Direkte Sonne, Wind und warme Hauswände beschleunigen das Austrocknen. Ein überdachter Balkon erhält dagegen keinen Regen, auch wenn es im Wetterbericht Niederschlag gibt. Ein Pflanzgefäß nahe einer hellen Süd- oder Westwand kann sich stark erwärmen; kontrollieren Sie dort früher und häufiger als im schattigen Bereich.
Topfgröße und Substrat bestimmen, wie viel Wasser gespeichert werden kann. Kleine Töpfe haben wenig Wurzelraum und trocknen oft schneller aus. Ein Kübel mit Ablaufloch und strukturstabilem, passendem Substrat lässt sich besser steuern als ein Gefäß ohne Wasserabzug. Im Gartenbeet spielen Bodenart und Durchwurzelung eine große Rolle: Sandige Böden lassen Wasser vergleichsweise schnell versickern, schwere Böden können es länger halten. In beiden Fällen ist eine langsame, zielgenaue Gabe sinnvoller als flächiges Spritzen.
Das Wetter verändert die Planung. Nutzen Sie die örtliche Vorhersage als Entscheidungshilfe, besonders bei Hitzewellen, Wind und längeren Trockenphasen. Der Deutsche Wetterdienst stellt Wetter- und Klimainformationen für Deutschland bereit; für Ihre Region ist die konkrete Vorhersage aussagekräftiger als ein allgemeiner Sommerkalender. Sie finden sie beim Deutschen Wetterdienst. Berücksichtigen Sie dabei: Regen erreicht weder überdachte Balkonkästen noch dichte Blätterdächer zwangsläufig bis an den Wurzelbereich.
Warum brauchen neue Pflanzen besondere Aufmerksamkeit?
Frisch gesetzte Stauden, Gehölze und Sommerblumen besitzen noch kein weit verzweigtes Wurzelsystem im umgebenden Boden. Sie können Wasser deshalb zunächst nur aus einem kleineren Bereich aufnehmen. Halten Sie den Wurzelballen in der Anwachsphase gleichmäßig feucht, ohne ihn dauerhaft zu vernässen. Kontrollieren Sie gezielt um die Pflanze herum, nicht nur den Boden zwischen den Pflanzen.
Bei etablierten Gartenpflanzen liegt der Schwerpunkt anders: Hier soll Wasser möglichst in tiefere Wurzelbereiche gelangen. Häufige kleine Mengen befeuchten oft nur die oberste Schicht und können dazu führen, dass Sie unnötig oft nachgießen. Geben Sie bei Bedarf lieber langsam Wasser direkt an den Fuß der Pflanze und prüfen Sie anschließend, ob die Feuchtigkeit tatsächlich eingedrungen ist.
Eine passende Ergänzung für Ihren Redaktionsplan ist der interne Linkanker „Pflanzen nach dem Einpflanzen richtig versorgen“. Dort können Sie Pflanzzeit, Bodenschluss und die Anwuchsphase gesondert erläutern.
Welche Bewässerungsmethode passt zu Beet, Topf und Balkon?
Die beste Methode bringt Wasser dorthin, wo es gebraucht wird: in den Wurzelraum. Sie soll sich außerdem an Ihre Pflanzung und Ihren Alltag anpassen. Für wenige Töpfe reicht eine Gießkanne mit Brause. Bei vielen Kübeln, einem langen Balkonkasten oder einem größeren Beet kann eine geplante Lösung Zeit sparen, sofern Sie sie regelmäßig kontrollieren.
| Bereich | Praktische Methode | Vorteil | Worauf Sie achten sollten |
|---|---|---|---|
| Einzelne Zimmerpflanzen | Gießkanne mit schmalem Ausguss | Wasser lässt sich gezielt dosieren | Untersetzer nach einer kurzen Wartezeit auf stehendes Wasser prüfen |
| Balkonkästen und Kübel | Gießkanne oder Schlauch mit sanfter Brause | Wurzelbereich lässt sich gezielt durchfeuchten | Nicht ausschließlich auf Wasserreservoir und Anzeigen verlassen; Erde zusätzlich prüfen |
| Gemüse- und Staudenbeet | Schlauch, Gießstab oder Tropfbewässerung | Wasser erreicht den Boden statt überwiegend das Laub | Langsam gießen, damit nichts oberflächlich abläuft |
| Neu gepflanzte Gehölze | Gießrand und langsame Wassergabe | Wasser bleibt in der Nähe des Wurzelballens | Gießrand bei Bedarf nachformen und Bodenfeuchte kontrollieren |
Eine Tropfbewässerung kann im Beet oder bei vielen Kübeln sinnvoll sein, wenn sie sorgfältig geplant und überprüft wird. Sie ersetzt die Beobachtung nicht. Kontrollieren Sie, ob alle Tropfer Wasser abgeben, ob die Erde an verschiedenen Stellen erreicht wird und ob die Einstellung noch zur Witterung passt. Verstopfte Auslässe, verschobene Schläuche oder ein unerwarteter Regenschauer können das Ergebnis verändern.
Wasserreservoirs in Balkonkästen erleichtern die Pflege, sind aber keine Einladung zum dauerhaften Vollfüllen. Die Wurzeln brauchen neben Wasser auch Luft im Substrat. Lesen Sie die Anleitung des jeweiligen Gefäßes und prüfen Sie die Erde, bevor Sie nachfüllen. Bei Pflanzen mit sehr empfindlichen Wurzeln oder bei kühlen, lichtarmen Phasen ist Zurückhaltung häufig wichtiger als eine maximal gefüllte Reserve.
Für Regenwasser eignen sich saubere Sammelbehälter, sofern es für die jeweilige Nutzung praktisch und hygienisch handhabbar ist. Das Umweltbundesamt erläutert die Nutzung von Regenwasser und die Aspekte, die bei Anlagen zu berücksichtigen sind: Regenwassernutzung beim Umweltbundesamt. Für die normale Gartenbewässerung bleibt entscheidend, dass Sie bedarfsgerecht gießen und die Wasserquelle sauber halten.
Wann ist eine Gießkanne besser als ein automatisches System?
Die Gießkanne ist besonders sinnvoll, wenn Pflanzen sehr unterschiedliche Ansprüche haben, wenn Sie nur wenige Gefäße versorgen oder wenn Sie Symptome direkt beobachten möchten. Sie sehen dabei sofort, ob ein Topf ungewöhnlich schnell Wasser aufnimmt, ob das Wasser seitlich abläuft oder ob das Substrat stark ausgetrocknet ist.
Ein automatisches System eignet sich eher für gleichartige Pflanzungen mit wiederkehrendem Bedarf, etwa lange Balkonkästen mit Sommerblumen oder ein Gemüsebeet. Planen Sie trotzdem feste Kontrollgänge ein. Technik verteilt Wasser, entscheidet aber nicht zuverlässig für jede einzelne Pflanze.
Pflanzen richtig gießen: Schritt für Schritt zur durchfeuchteten Wurzelzone
Mit dieser Anleitung bewässern Sie Töpfe, Kübel und Beetpflanzen nachvollziehbar. Passen Sie die Wassermenge an Gefäßgröße, Bodenzustand und Pflanzenart an, statt sich an einer starren Literangabe zu orientieren.
- Bodenfeuchte kontrollieren. Prüfen Sie die Erde mit dem Finger in zwei bis drei Zentimetern Tiefe. Bei tiefen Kübeln kann ein Holzstab helfen: Ziehen Sie ihn wieder heraus und beurteilen Sie, ob feuchte Erde daran haftet.
- Ablauf und Umgebung ansehen. Kontrollieren Sie bei Töpfen das Ablaufloch, bei Untersetzern stehendes Wasser und bei Balkonkästen mögliche Überläufe. Im Beet schauen Sie, ob die Erde sehr hart, rissig oder verschlämmt ist.
- Wasser an der Basis ansetzen. Gießen Sie nahe am Wurzelbereich. Damit gelangt ein größerer Anteil in den Boden, und Sie vermeiden unnötig nasse Blätter.
- Langsam in Portionen gießen. Geben Sie zuerst eine kleinere Menge. Warten Sie kurz, damit trockenes Substrat Wasser aufnehmen kann, und gießen Sie dann weiter. Besonders ausgetrocknete Topferde stößt Wasser sonst manchmal seitlich ab.
- Durchfeuchtung prüfen. Bei Töpfen darf nach einer kurzen Zeit etwas Wasser unten austreten. Lassen Sie die Pflanze jedoch nicht dauerhaft im gefüllten Untersetzer stehen. Im Beet prüfen Sie nach der Gabe vorsichtig, ob die Erde unter der Oberfläche feucht geworden ist.
- Den nächsten Termin offenlassen. Notieren Sie keinen Automatismus wie „morgen wieder“. Prüfen Sie erneut, wenn Sonne, Wind, Temperatur, Gefäßgröße oder Pflanzenzustand dies erwarten lassen.
Ein Beispiel vom Balkon: Eine Tomate im großen Kübel steht sonnig und trägt Früchte. Prüfen Sie morgens die Erde einige Zentimeter tief. Ist sie trocken, gießen Sie langsam am Fuß der Pflanze, bis der Ballen gleichmäßig versorgt ist. Nach einem kurzen Kontrollblick auf den Untersetzer entfernen Sie überschüssiges Wasser. An einem kühlen, bedeckten Tag kann dieselbe Tomate deutlich weniger oder gar kein zusätzliches Wasser brauchen.
Ein Beispiel aus dem Beet: Eine neu gepflanzte Staude steht in lockerem Boden. Formen Sie bei Bedarf einen kleinen Gießrand, damit die Gabe nicht wegläuft. Gießen Sie langsam in mehreren Portionen direkt an die Pflanze. Prüfen Sie beim nächsten Kontrollgang den Bereich am Wurzelballen. So lernen Sie, wie schnell Ihr Boden am konkreten Standort abtrocknet.
Wann sollten Sie Pflanzen im Jahresverlauf gießen?
Am günstigsten gießen Sie in vielen Situationen am frühen Morgen. Dann ist es meist kühler, das Wasser erreicht den Boden mit geringeren Verdunstungsverlusten, und nasse Blätter können im Tagesverlauf abtrocknen. Diese Zeit ist besonders für Balkonpflanzen, Gemüse und sonnige Beete praktisch.
Abends kann Gießen ebenfalls sinnvoll sein, wenn Pflanzen sichtbar Wasser benötigen und eine Morgenkontrolle zu spät wäre. Gießen Sie dann möglichst bodennah und vermeiden Sie es, empfindliches Laub unnötig zu benetzen. Dauerhaft nasse Blätter und ein ständig nasser Boden sind keine gute Pflegegrundlage, unabhängig von der Tageszeit.
Wie verändern Frühling, Sommer, Herbst und Winter die Bewässerung?
Im Frühling steigt der Bedarf mit zunehmendem Licht und neuem Wachstum. Nach kühlen, regnerischen Wochen ist dennoch Zurückhaltung nötig. Überprüfen Sie neue Pflanzungen besonders sorgfältig, denn Wind kann den Boden austrocknen, obwohl die Luft noch kühl wirkt.
Im Sommer entscheiden Hitze, Sonne, Wind, Topfvolumen und die Entwicklung der Pflanzen. Kontrollieren Sie kleine Töpfe und sonnenexponierte Balkonkästen häufiger, ohne pauschal täglich zu gießen. Bei akuter Trockenheit ist eine gründliche Wassergabe in den Wurzelraum wertvoller als wiederholtes oberflächliches Benetzen.
Im Herbst sinkt die Verdunstung oft, und viele Pflanzen wachsen langsamer. Das bedeutet nicht, dass sie kein Wasser brauchen. Immergrüne Kübelpflanzen, frisch gesetzte Gehölze und regengeschützte Töpfe bleiben prüfbedürftig. Reduzieren Sie die Gabe nur, wenn die Erde tatsächlich länger feucht bleibt.
Im Winter benötigen Pflanzen im Freien je nach Art, Standort und Frostlage deutlich weniger Aufmerksamkeit. Entscheidend sind frostfreie Phasen, trockene Winde und ein überdachter Standort. Gießen Sie nicht auf gefrorenen Boden und vermeiden Sie große Mengen in kalte, dauerhaft nasse Erde. Bei immergrünen Kübelpflanzen prüfen Sie an frostfreien Tagen vorsichtig den Wurzelbereich.
Eine hilfreiche interne Verlinkung ist „Balkonpflanzen im Sommer vor Hitze schützen“. Ergänzen Sie dort Themen wie Schattierung, Topfschutz und die Kontrolle von Wasserreservoirs, ohne die Bewässerung hier zu wiederholen.
Welche Gießfehler verursachen Staunässe, Trockenstress und Blattprobleme?
Der häufigste Fehler ist nicht zu wenig Wissen über eine einzelne Pflanzenart, sondern ein ungeprüftes Gießmuster. Wer aus Gewohnheit gießt, übersieht Wetterwechsel, unterschiedliche Standorte und die tatsächliche Bodenfeuchte.
Zu häufige kleine Mengen befeuchten vor allem die Oberfläche. Die tieferen Wurzeln erhalten dann möglicherweise nicht genug Wasser, während Sie dennoch täglich Aufwand haben. Besser ist eine langsame Gabe, die den relevanten Wurzelbereich erreicht, gefolgt von einer erneuten Prüfung vor dem nächsten Gießen.
Staunässe im Untersetzer oder Übertopf wird häufig übersehen. Ein Ablaufloch im Kulturtopf hilft nur, wenn überschüssiges Wasser auch ablaufen kann. Kontrollieren Sie daher Übertopf und Untersetzer nach dem Gießen. Bei wiederkehrender Nässe prüfen Sie außerdem, ob das Substrat zu stark verdichtet oder das Gefäß ungeeignet ist.
Gießen nach der Uhr statt nach der Erde führt besonders bei wechselhaftem Wetter zu Fehlern. Ein heißer Windtag kann den Bedarf erhöhen, ein bedeckter Tag mit hoher Luftfeuchte ihn senken. Stellen Sie Ihre Entscheidung auf Beobachtung um: Feuchte, Gewicht des Topfs, Pflanzenzustand und Wetterlage zählen mehr als der Wochentag.
Wasser auf trockene, harte Erde schütten kann dazu führen, dass es seitlich abläuft. Teilen Sie die Gabe dann in kleinere Portionen. Bei sehr ausgetrockneten Töpfen kann ein vorsichtiges, wiederholtes Anfeuchten helfen, damit das Substrat Wasser wieder besser aufnimmt. Prüfen Sie danach, ob der Wurzelballen tatsächlich feucht geworden ist.
Alle Pflanzen gleich behandeln ist auf einem gemischten Balkon besonders problematisch. Stellen Sie Pflanzen mit ähnlichem Bedarf möglichst zusammen. Ein sonnenliebender Kübel, ein schattiger Farn und mediterrane Kräuter brauchen meist keine identische Routine. Der interne Linkanker „Kräuter auf dem Balkon richtig pflegen“ bietet sich an, um die Unterschiede einzelner Kräuterarten zu vertiefen.
Wann sollten Sie bei wiederkehrenden Problemen genauer hinsehen?
Werden Blätter trotz feuchter Erde regelmäßig gelb oder hängen sie anhaltend, reicht mehr Wasser nicht als Lösung. Prüfen Sie Abzugslöcher, Wurzelraum, Substratgeruch und Standort. Bei sichtbaren Schädlingen, starken Verfärbungen oder plötzlich einseitigem Welken kann eine getrennte Diagnose nötig sein. Beratungsangebote der regionalen Landwirtschaftskammern, Gartenbau-Fachstellen oder Universitäten sind dafür sinnvolle Quellenideen, weil sie regionale Kulturbedingungen einordnen können.
Checkliste: Pflanzen richtig gießen im Alltag
Nutzen Sie diese Checkliste vor dem Gießen. Sie ist kurz genug für den Alltag und verhindert die meisten Routinefehler.
- Prüfen Sie die Erde zwei bis drei Zentimeter tief, statt nur die Oberfläche anzusehen.
- Heben Sie kleine Töpfe an und vergleichen Sie ihr Gewicht mit einem frisch gegossenen Zustand.
- Gießen Sie bei Bedarf langsam direkt in den Wurzelbereich.
- Teilen Sie die Wassergabe auf, wenn trockene Erde Wasser seitlich abweist.
- Prüfen Sie Ablaufloch, Untersetzer und Übertopf auf stehendes Wasser.
- Berücksichtigen Sie Sonne, Wind, Regen, Überdachung und die Größe des Gefäßes.
- Kontrollieren Sie neue Pflanzungen gezielter als gut eingewachsene Gartenpflanzen.
- Passen Sie automatische Bewässerung an Wetter und Pflanzenentwicklung an.
- Beobachten Sie schlaffe oder gelbe Blätter zusammen mit der Bodenfeuchte, nicht isoliert.
- Gießen Sie im Zweifel erst nach einer kurzen Feuchteprüfung statt aus Gewohnheit.
Diese Checkliste ersetzt keine Kenntnisse über besonders anspruchsvolle Arten. Sie schafft jedoch eine solide Grundlage für die meisten Balkon-, Kübel- und Gartenpflanzen. Notieren Sie bei neuen Standorten ein paar Wochen lang, wie schnell einzelne Gefäße abtrocknen. Daraus entsteht eine eigene, realistische Pflegeroutine für Ihren Balkon oder Garten in Deutschland.
Fazit: Bedarf prüfen, Wurzeln versorgen, Wetter einbeziehen
Pflanzen richtig zu gießen bedeutet nicht, möglichst oft Wasser zu geben. Entscheidend ist, den Bedarf am Wurzelbereich zu erkennen, die Wassergabe langsam und gezielt auszuführen und Standort sowie Wetter in jede Entscheidung einzubeziehen. Die Fingerprobe in zwei bis drei Zentimetern Tiefe, ein funktionierender Wasserabzug und die Kontrolle nach dem Gießen sind dabei die wichtigsten Handgriffe.
Beginnen Sie mit einer kleinen Umstellung: Prüfen Sie beim nächsten Rundgang jeden Topf, bevor Sie gießen. Sie werden schnell feststellen, welche Pflanzen an sonnigen Tagen früher Wasser brauchen, welche Töpfe überraschend lange feucht bleiben und wo sich Staunässe bildet. Genau diese Beobachtung macht Bewässerung verlässlich und reduziert typische Fehler in der Gartenpflege und Wartung.
Häufige Fragen zum richtigen Gießen von Pflanzen
Sollten Sie Pflanzen täglich gießen?
Nein, ein tägliches Gießintervall ist keine allgemeine Regel. Kontrollieren Sie die Feuchte im Wurzelbereich. Kleine, sonnig stehende Töpfe können an heißen oder windigen Tagen rasch austrocknen, während schattige oder größere Gefäße deutlich länger feucht bleiben können.
Ist morgens oder abends gießen besser?
Der frühe Morgen ist häufig praktisch, weil Wasser dann gut in den Boden eindringen kann und benetzte Blätter im Tagesverlauf abtrocknen. Wenn eine Pflanze abends erkennbar Wasser braucht, gießen Sie bodennah und bedarfsgerecht, statt bis zum Morgen zu warten.
Wie erkennen Sie Staunässe im Blumentopf?
Hinweise sind dauerhaft nasse Erde, Wasser im Untersetzer oder Übertopf und ein muffiger Geruch des Substrats. Gießen Sie nicht nach, entfernen Sie stehendes Wasser und prüfen Sie, ob der Topf ein funktionierendes Ablaufloch besitzt.
Warum läuft Gießwasser am Topfrand heraus?
Stark ausgetrocknetes Substrat kann Wasser zunächst abweisen. Gießen Sie langsam in mehreren kleinen Portionen und warten Sie jeweils kurz. Prüfen Sie anschließend mit dem Finger oder Holzstab, ob die Feuchtigkeit den Wurzelballen erreicht hat.
Reicht Regen für Balkonpflanzen aus?
Das hängt vom Standort ab. Überdachte Balkonkästen bekommen oft gar keinen Regen. Auch bei offenem Balkon kann dichtes Laub Wasser abfangen. Prüfen Sie deshalb nach Niederschlag immer die Erde im Topf, bevor Sie die Bewässerung aussetzen oder zusätzlich gießen.